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Ihr Weg zur Führungsposition in der Weltwirtschaft: branchen­übergreifende Theorie aller Kernelemente des Manage­ments – stets angewendet auf die Praxis.

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Ihr Studium für den Einstieg in das vielschichtige Geschäft der Sportindustrie. Das Ziel: Spitzenpositionen in einer zukunftsträchtigen Branche.

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Studiengänge für kreative Köpfe mit vielfältigen beruflichen Perspektiven auf Management­ebene – strategisch, branchen- oder produktbezogen.

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International Health Care Management

Mit detaillierten Einblicken in die Gesundheitsbranche die eigenen Kompetenzen im Management weiterentwickeln – praxisbezogen und auf internationalem Niveau.

„Ein Mindestmaß an gesundheitlicher Versorgung sollte garantiert sein.“

gesundheitsbranche

Ein Gespräch mit Professor Michael Niechzial

Der Gesundheitsmarkt wächst wie kaum ein anderer Markt. So ergeben sich in der Gesundheitsbranche zahllose Karrieremöglichkeiten. Besonders auf Managementebene sind Experten gefragt, die betriebswirtschaftlichen Aspekte mit den Inhalten der Gesundheitsbranche verbinden können. Ein International Health Care Management-Masterstudium gibt detaillierte Einblicke in den Gesundheitsmarkt und schult die betriebswirtschaftliche Expertise. Professor Michael Niechzial (MN), Dozent für International Health Care Management an der accadis Hochschule Bad Homburg, erläutert ausführlich die Entwicklungen im Gesundheitsmarkt und Vorlesungsinhalte.

Professor Niechzial, Sie sind Dozent für das International Health Care Management-Masterstudium an der accadis Hochschule. Welche Inhalte hat Ihre Vorlesung?

MN: Die Vorlesung beschäftigt sich in drei Kursblöcken mit Grundlagen des Aufbaus und der Funktion von Gesundheitsmärkten. Die Gesundheitsmärkte sind weltweit stark regulierte und komplexe Systeme, an deren Dynamik Marktmechanismen nur einen begrenzten Anteil haben. Ich persönlich bevorzuge deshalb den Terminus „Gesundheitssysteme“. Die Vorlesung beginnt mit einer Einführung, in der sich die Studenten mit den Kernelementen von Gesundheitssystemen vertraut machen.

Welche sind das?

MN: Da ist der epidemiologische und demographische Hintergrund, mit dem sich das Gesundheitssystem heute auseinandersetzen muss und den es vor einigen Jahrzehnten so noch nicht gab. Die Gesellschaft altert und alte Menschen sind häufiger krank. Das muss finanziert werden. Dazu kommen die Akteure der Gesundheitsmärkte, also der Staat, Versicherungen, Leistungsanbieter, die Industrie sowie Fachkräfte und natürlich die Patienten. Ein weiteres Kernelement von Gesundheitssystemen ist das Recht auf angemessene Gesundheitsversorgung. Damit hängen Qualität und Wirtschaftlichkeit sowie die Organisation und das Management der Gesundheitsversorgung zusammen. Nicht zu vergessen die Finanzierung von Gesundheitsleistungen, die Effektivität und Effizienz im internationalen Vergleich.

Sie erwähnten die Regulierung und Komplexität des Gesundheitssystems. Wer der beteiligten Akteure reguliert das System und wie ist die Komplexität entstanden?

MN: Die Komplexität des Systems ist durch die vielen beteiligten Akteure entstanden, die zwar das Ziel der Gesundheitsförderung teilen, aber unterschiedliche Herangehensweisen und Binnenziele verfolgen. Eine zentrale Rolle hat im deutschen Gesundheitssystem der Staat inne, was für zusätzliche Komplexität sorgt. Der Staat agiert im Gesundheitssystem auf Bundes- und Länderebene. Dazu kommen administrative Strukturen; Regierungspräsidien zum Beispiel sind für die Abnahme der Prüfungen verantwortlich.

Wie kam es zu der zentralen Rolle des Staates?

MN: Bis in die 90er Jahre hinein war die Bundesregierung auf der politisch-strategischen Ebene eher zurückhaltend und hat den Markt seinen Selbstregulierungskräften überlassen. In den 90ern kam es zu einem starken Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem. Ab dieser Zeit entstanden Diskussionen über die Notwendigkeit des politischen Einflusses auf den Wettbewerb. Da das System so komplex ist, wird die Bundesregierung durch einen Sachverständigenrat beratend unterstützt. Dieser Rat hat nebenbei bemerkt wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich Länder mit einem guten Gesundheitssystem wirtschaftlich besser entwickeln. Ein „gutes“ Gesundheitssystem ist allerdings mit Kosten verbunden. Das wird in der Gesellschaft gern mal verdrängt.

Das Eingreifen des Staates war also nötig.

MN: Richtig. Insgesamt haben die Eingriffe der Regierung zu einer Optimierung des Systems geführt. So ist beispielsweise der finanzielle Anteil des Arbeitnehmers an der Krankenversicherung gedeckelt, nur noch der Anteil des Arbeitgebers kann erhöht werden. Es gibt mittlerweile auch eine Kontrolle der Ausgaben für Medikamente, eine Kostendämpfungsvereinbarung mit der Pharmaindustrie. Die Krankenhäuser arbeiteten früher nach dem tagesgleichen Verpflegungssatz, die Art der Behandlung stand damals gar nicht zur Debatte. Heute ist es zu einer hochgradigen Verdichtung im Bereich der Leistungsanbieter gekommen, Leistung wird als Paket angeboten. Ziel ist, den Patienten morgens möglichst effektiv zu behandeln und ihn abends wieder nach Hause zu schicken. Krankenhäuser produzieren folglich heutzutage mehr Leistungen, sind darin aber reguliert.

Wie werden in Deutschland die vielen Bedürfnisse der Branchenakteure zusammengebracht?

MN: Der GBA, der Gemeinsame Bundesausschuss des Gesundheitsministeriums, holt alle Interessenten an einen Tisch. Er setzt sich zusammen aus Vertretern der Ärzteschaft, der Patienten und Kassen. Er versucht, alle Interessen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. So kontrollieren seine Mitglieder zum Beispiel gemeinsam den Leistungskatalog der Krankenversicherungen. Es soll ja kein Unsinn finanziert werden. Natürlich ist hierbei ein Blick aus der Vogelperspektive nötig. Das System an sich muss verstanden werden, nur so kann man beispielsweise klären, was auf Systemebene alles gebraucht wird, um eine OP zu organisieren.

International Health Care Management ist ein klassischer betriebswirtschaftlicher Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt auf der Gesundheitsbranche. Ist ein vorangehendes Pharmazie- oder Medizinstudium hilfreich?

MN: Ein vorangegangenes Pharmazie- oder Medizinstudium ist hilfreich und kann das Verständnis für Systemwirkungen erleichtern, ist aber keine Notwendigkeit.

In welchen Branchen bieten sich für Health Care Management-Absolventen gute Karrierechancen und in welchen beruflichen Sektoren liegen diese?

MN: In allen Subsektoren der Gesundheitswirtschaft wird Managementkompetenz auf verschiedenen Ebenen mehr und mehr relevant. Dies betrifft natürlich die klassischen Gesundheitsfachberufe (Ärzte, Pflegekräfte, Technische Assistenz), aber auch die Versicherungswirtschaft, verschiedene Organisationen und Strukturen der Selbstverwaltung und die Industrie der Pharmazie und der Medizintechnik – wer hier eine Karriere mit Leitungsfunktionen anstrebt, muss in der Regel eine solche Zusatzqualifikation nachweisen.

Im Vollzeitstudium wird man studentischer Berater eines Unternehmens innerhalb der Pharma- und Gesundheitsbranche – welche Fragestellungen warten auf die Studenten?

MN: Die Fragen beziehen sich auf die bereits genannten Herausforderungen der Gesundheitssysteme. In Deutschland geht es darum, wie vor dem Hintergrund des demographischen und epidemiologischen Wandels langfristig ein gleichmäßiger Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung sichergestellt werden kann.

Internationalität ist ein zentraler Faktor des Health Care Management-Studiums. Wieso ist die Internationalität für Health Care Management-Studenten so relevant?

MN: Aus der internationalen Betrachtungsweise lassen sich im Hinblick auf die Qualität der Gesundheitsversorgung in verschiedenen Gesundheitssystemen Erkenntnisse gewinnen, und daraus wiederum lassen sich Strategien ableiten, die für die Reform eigener Ansätze relevant sein können. Nehmen wir als Beispiel das Gesundheitssystem der USA. Es unterscheidet sich gravierend vom deutschen System und ist extrem ineffizient. In den USA werden 7500 $ pro Kopf für Gesundheit im Jahr ausgegeben, ein hoher Betrag. Damit verbunden ist die Gefahr des sozialen Abstiegs in den USA sehr hoch, denn nur Arbeitnehmer sind auch versichert. Wer seinen Job verliert, verliert auch seine Krankenversicherung. Ich bin der Meinung, dass eine moderne Gesellschaft ihren Mitgliedern ein Mindestmaß an gesundheitlicher Versorgung garantieren muss.

Im Master-Studium an der accadis Hochschule finden die Vorlesungen in sehr kleinen Gruppen statt. Welche Möglichkeiten eröffnen sich hierdurch für die Studenten?

MN: Nun, das Arbeiten in solchen kleinen Gruppen ist extrem intensiv – die Lernerfahrung entsprechend tiefgehend und nachhaltig, da sie mit einem hohen Anteil an Eigenbeteiligung verbunden ist. Ich selbst achte auf eine möglichst interaktive Gestaltung der Vorlesungen und werde dies in Zukunft weiter intensivieren. Die Studenten sollen lernen, das Gesundheitssystem und seine Akteure aus der Vogelperspektive zu betrachten. Wir lassen oftmals Folien und Texte beiseite und versuchen anhand von Fallbeispielen, eigenen Erfahrungen und Diskussionen zu verstehen, wie das Gesundheitssystem funktioniert. Es ist immer einfach, ein System zu kritisieren, es aber am Laufen zu halten und zu managen, ist schwierig.

Welche Entwicklungen gibt es derzeit in der Wachstumsbranche Gesundheit?

MN: Es gibt drei Herausforderungen, denen sich die Branche stellen muss. So gilt es, die Finanzierungssysteme langfristig zu sichern – Anreizsysteme zu schaffen, die bei Leistungsanbietern und „-empfängern“ zu einer möglichst rationalen Nutzung von Gesundheitsleistungen, soweit die einer öffentlichen Finanzierung unterliegen, führen. Hier sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass wir in Deutschland mit sieben Betten pro tausend Köpfe immer noch ganz oben mitspielen.

Wie sieht das in anderen Staaten aus?

MN: In den USA und Großbritannien sind es beispielsweise nur drei bis vier Betten pro tausend Einwohner. Die zweite Herausforderung besteht darin, die Effizienz der Leistungserbringung zu erhöhen. Das klassische Krankenhauskonzept mit einer starren Trennung klinischer Disziplinen und Abteilungen hat ausgedient, Interdisziplinarität ist das Wort der Stunde. In Zukunft werden immer mehr ältere Menschen auf gesundheitliche Versorgung angewiesen sein – sie haben vielleicht gleichzeitig ein Melanom, einen Tumor, ein nicht mehr allzu gut arbeitendes Organ. Es ist aber nicht hilfreich, diese Menschen von Abteilung zu Abteilung zu schicken. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Der Patient muss im Zentrum stehen, nicht die Experten.

Das gilt sicher besonders für ländliche Gebiete.

MN: Genau. Gerade in ländlichen Gebieten, in denen Krankenhäuser und Ärzte rar sind, müssen sich die ambulante und stationäre Versorgung stärker verzahnen. Hier müssen dezentrale Versorgungs- und Pflegesysteme entwickelt werden, die eine wohnortbezogene Versorgung statt Krankenhaus- oder Heimunterbringung voranbringen. Und nicht zuletzt muss der medizinische Fortschritt „kontrolliert“ werden. Insgesamt muss das Gesundheitssystem also den Spagat zwischen ausreichenden Leistungen und einer Kostendeckelung hinbekommen. Es ist wichtig, dass alle Akteure an einem Tisch sitzen und für eine langfristige Erhaltung des Systems gemeinsam Verantwortung übernehmen und die Interessen angleichen.

Lieber Professor Niechzial, vielen Dank für das spannende Gespräch.

Professor Michael Niechzial ist seit 2014 als Dozent im Master-Studiengang International Health Care Management tätig. Als studierter Mediziner und Allgemeinchirurg mit einem Abschluss der Goethe-Universität und einem Master in Public Health der Medizinischen Hochschule Hannover verfügt er sowohl über medizinisches Expertenwissen als auch über Kenntnisse des Gesundheitsbereichs mit seinen ökonomischen, administrativen und sozialen Aspekten. Dabei greift Professor Niechzial auf weitreichende internationale Erfahrung zurück, hat er doch in den letzten 20 Jahren Health Care Management Programme in mehr als 15 Ländern betreut. Als Gastdozent war er neun Jahre lehrend und forschend an der Universität Bayreuth im Bereich Quality und Health Care Management tätig und leitet heute die management4health GmbH, ein Unternehmen mit Sitz in Frankfurt, in dem Fachkräfte verschiedener Ausrichtung an Konzepten für hochwertige Gesundheitsversorgung, die allen Menschen offen steht, arbeiten.



© www.accadis.com   Samstag, 2. Juli 2016 13:42 Redaktion

Studienstandort Bad Homburg

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Studieren und Leben mit Flair: Der Kurort Bad Homburg und die Metropolregion Frankfurt am Main

Wer an der accadis Hochschule Betriebswirtschaft (BWL) oder Management studiert, profitiert nicht nur von praxisnahen Studiengängen und erstklassiger Betreuung, sondern auch von der gleichermaßen idyllischen und zentralen Lage der Hochschule.

Der Kurort Bad Homburg liegt nahe der Finanzmetropole Frankfurt am Main, in der zahlreiche global agierende Banken und Konzerne ihren Sitz haben. Auch die Landeshauptstadt Wiesbaden oder der Medienstandort Mainz sind schnell erreicht.

Der Studienort selbst blickt auf eine lange Tradition als Kur- und Kulturstadt zurück und verbindet seine reiche Geschichte ideal mit einer modernen Wirtschaftsstruktur. Mit seinem Kurpark, der Spielbank, Museen sowie zahlreichen Kulturveranstaltungen und Festivals bietet Bad Homburg das ganze Jahr über einen hohen Freizeitwert. Hinzu kommt durch die unmittelbare Nähe zum Taunus Natur pur direkt vor der Haustür. Auch sportlich ist die Hochschulstadt gut aufgestellt, mit Vereinen, Schwimmbädern und Wettkampfstätten. Und wem all das nicht reicht, der findet nur 20 Minuten entfernt in der Metropole Frankfurt noch viel mehr Unterhaltung, Kultur und Sport.

Auch Offenbach, Darmstadt, Hanau, Rüsselsheim und die Landeshauptstädte Wiesbaden (Hessen) und Mainz (Rheinland-Pfalz) sind nicht weit entfernt.

Bad Homburg liegt im Hochtaunuskreis mit den Städten Oberursel, Friedrichsdorf, Kronberg, Steinbach Usingen und Königstein. Angrenzend der Wetteraukreis mit Friedberg, Bad Nauheim, Bad Vilbel, Butzbach und Karben, der Main-Taunus-Kreis mit Bad Soden, Eschborn, Hofheim, Kelkheim und Hattersheim sowie der Lahn-Dill-Kreis mit Wetzlar.