
Wissenschaftliche Methoden in der Praxis anwenden
Wie analysiert man die Werbetouchpoints eines Bundesligisten entlang der Fan Journey und entwickelt daraus fundierte Handlungsempfehlungen? Mit genau dieser Fragestellung beschäftigte sich ein interdisziplinäres Team aus Masterstudierenden der accadis Hochschule im Rahmen eines Consulting Projekts für die Eintracht Frankfurt Fußball AG.
Studierende aus den Masterstudiengängen Global Sports Management M. A. und Global Marketing Management M. A. arbeiteten dabei mit der Abteilung Analytics and Strategic Projects von Eintracht Frankfurt zusammen. Sie analysierten bestehende Werbetouchpoints im und um den Deutsche Bank Park.
Unser Masterstudent Konstantin Dressler (Global Marketing Management M. A.) war Teil des Projektteams. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen, den Herausforderungen des Projekts und den wichtigsten Erkenntnissen, die er daraus mitgenommen hat.
Kurzvorstellung
Ich bin Konstantin Dressler und studiere Global Marketing Management M. A. an der accadis Hochschule. Im Rahmen des Projektstudiums durfte ich gemeinsam mit einem interdisziplinären Projektteam an einem Consulting Projekt für die Eintracht Frankfurt Fußball AG arbeiten.
Worum ging es in Ihrem Consulting Projekt?
Unser Projekt beschäftigte sich mit der Analyse der Werbetouchpoints entlang der Fan Journey an Spieltagen im Deutsche Bank Park. Ziel war es, bestehende Werbemaßnahmen zu untersuchen und darauf aufbauend fundierte Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung bestehender Werbetouchpoints für Eintracht Frankfurt zu entwickeln. Dabei ging es nicht darum, den Fans schlicht mehr Werbung vorzusetzen, sondern darum, wie sich das Stadionerlebnis der Fans durch zielgerichtete Sponsorships potenziell verbessern lässt.
Für die Bearbeitung der Aufgabenstellung teilte sich unser Projektteam in zwei Arbeitsbereiche auf. Eine Gruppe verantwortete die Bestandsaufnahme der Werbetouchpoints, entwickelte und validierte einen Fan-Survey und führte die Datenerhebung an Spieltagen durch – zu dieser Gruppe gehörte ich selbst. Die zweite Gruppe analysierte Best Practices anderer Vereine und Sportarten, führte Benchmarkings durch und entwickelte daraus neue Lösungsansätze. Ergänzend führten wir Interviews mit Sponsoren von Eintracht Frankfurt, darunter Deutsche Dienstrad und Mainova. Alle Ergebnisse wurden schließlich zusammengeführt und in konkrete Handlungsempfehlungen für den Auftraggeber überführt.
Wie haben Sie die Zusammenarbeit im Projektteam erlebt?
Die Zusammenarbeit im Team war sehr intensiv und gleichzeitig äußerst bereichernd. Durch die unterschiedlichen fachlichen Hintergründe konnten wir verschiedene Perspektiven in das Projekt einbringen und voneinander lernen. Gleichzeitig war es wichtig, die Ergebnisse der beiden Arbeitsbereiche regelmäßig zusammenzuführen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Auch die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber Eintracht Frankfurt war äußerst bereichernd. Während des Projekts standen wir regelmäßig im Austausch und holten neue Informationen ein, um unsere Abläufe, Datenerhebungen und Recherchen kontinuierlich zu optimieren. Darüber hinaus hatten wir die Möglichkeit, Eintracht Frankfurt auch vor Ort kennenzulernen – etwa im Rahmen der Datenerhebung am Spieltag und der Abschlusspräsentation. Der direkte Austausch mit den Ansprechpartnern des Vereins gab uns wertvolle Einblicke in die Praxis und bot uns die Möglichkeit, die Ansprechpartner bei Eintracht Frankfurt persönlich kennenzulernen – eine Erfahrung, die im Studium alles andere als selbstverständlich ist.
Nicht selbstverständlich war auch der Einsatz unserer Projektbetreuer Prof. Fabian Ulrich und Prof. Florian Pfeffel. Sie waren für uns jederzeit erreichbar und standen uns auch in anspruchsvolleren Projektphasen mit Rat und Tat zur Seite.
Was haben Sie fachlich und/oder persönlich aus dem Consulting Projekt mitgenommen?
Das Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig wissenschaftliches Arbeiten für reale Consulting Projekte ist. Literaturrecherche, Datenerhebung und Analyse dienen nicht nur dem Studium, sondern bilden die Grundlage für fundierte Empfehlungen gegenüber einem professionellen Auftraggeber.
Was dabei ebenfalls hilft, ist, sich in die Perspektive des Kunden hineinzuversetzen und Empfehlungen nicht nach den eigenen Ansichten und Vorlieben, sondern nach ihrem tatsächlichen Nutzen zu bewerten. Im Zweifel heißt es: „Kill your darlings.“ Ich denke, das ist für alle ein wichtiges Learning.
Was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?
Besonders spannend fand ich die Möglichkeit, wissenschaftliche Methoden unmittelbar auf eine reale Fragestellung aus dem Sportbusiness anzuwenden. Die Datenerhebung am Spieltag, der Austausch und das enge, fast schon freundschaftliche Zusammenwachsen mit dem Projektteam – mit Menschen, die man vorher nicht wirklich kannte – haben das Projekt für mich besonders gemacht.
Am meisten Spaß gemacht hat mir aber dieser nervenaufreibende Deep Dive in das Thema: der gewisse Druck, mitunter auch ein paar lange Nächte und schließlich das unglaublich belohnende Hochgefühl, wenn ein einzelner Durchbruch gelingt oder das Projekt als Ganzes erfolgreich abgeschlossen wird.
Zum Abschluss: Wie würden Sie Ihre Erfahrung in einem Satz zusammenfassen?
Es ist eine kurze, jedoch sehr intensive Zeit mit sehr steiler Lernkurve.