Fußball-WM '26: accadis steht in der ARD Rede und Antwort zum Milliardengeschäft

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 begeistert derzeit Millionen Fans weltweit. Während auf dem Platz spannende Spiele für Emotionen sorgen, werden abseits des Rasens auch kritische Fragen diskutiert: Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat das Turnier? Wer profitiert von den Milliardenumsätzen? Und welchen Nutzen haben Gastgeberländer tatsächlich von einem Sportgroßereignis dieser Größenordnung?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich aktuell auch die ARD. In der Sendung Update Wirtschaft ordnet Prof. Florian Pfeffel, Leiter der Sports Management Research Group der accadis Hochschule Bad Homburg, die wirtschaftlichen Dimensionen der FIFA-Weltmeisterschaft ein und zeigt auf, warum die WM weit mehr ist als ein sportlicher Wettbewerb.

Die Fußball-WM als Milliardenmarkt

Mit erstmals 48 teilnehmenden Nationen erreicht die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 nicht nur sportlich sondern auch wirtschaftlich neue Dimensionen. Nach Angaben des Weltfußballverbands FIFA werden im aktuellen Vierjahreszyklus von 2023 bis 2026 Einnahmen von rund 13 Milliarden US-Dollar erwartet. Zwar fließen in diese Summe auch Erlöse aus weiteren FIFA-Wettbewerben wie der Klub-WM ein, doch die Fußball-Weltmeisterschaft bleibt das mit Abstand wichtigste Produkt des Weltverbands.
Die größten Einnahmen erzielt die FIFA traditionell durch den Verkauf von Medienrechten an Fernsehsender und Streaming-Plattformen weltweit. Hinzu kommen langfristige Sponsoring-Partnerschaften mit globalen Marken sowie Erlöse aus Ticketverkäufen und Hospitality-Angeboten.
Während Tickets und Hospitality bei der WM 2022 in Katar lediglich rund zehn Prozent der Gesamteinnahmen ausmachten, soll dieser Anteil bei der aktuellen Weltmeisterschaft deutlich steigen. Dafür sorgen unter anderem die Ausweitung des Turniers auf 104 Spiele sowie höhere Ticketpreise. Dennoch bleiben die Medienrechte auch 2026 die wichtigste Erlösquelle der FIFA.

Wirtschaftliche Chancen für Gastgeberländer und Host Cities

Großveranstaltungen wie eine Fußball-Weltmeisterschaft erzeugen nicht nur Einnahmen für Verbände und Sponsoren. Auch die Austragungsorte profitieren potenziell von zusätzlichen wirtschaftlichen Impulsen. Besucherinnen und Besucher geben Geld für Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Mobilität aus. Daraus entstehen zusätzliche Steuereinnahmen und Wertschöpfungseffekte.
Gleichzeitig sind solche Veranstaltungen mit erheblichen Investitionen und organisatorischen Kosten verbunden. Deshalb stellt sich regelmäßig die Frage, ob sich die Ausrichtung eines Turniers für die öffentliche Hand wirtschaftlich lohnt. Die Sports Management Research Group der accadis Hochschule hat sich im Rahmen der UEFA EURO 2024 intensiv mit dieser Fragestellung beschäftigt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine kostendeckende Bilanz für die öffentliche Hand möglich sein kann - insbesondere dann, wenn bereits eine leistungsfähige Infrastruktur vorhanden ist und zusätzliche Ausgaben sowohl von internationalen Gästen als auch von der heimischen Bevölkerung generiert werden.
Deutschland bot hierfür während der Europameisterschaft 2024 günstige Voraussetzungen. Die Stadien waren bereits vorhanden, und zahlreiche internationale Fans sorgten gemeinsam mit einer fußballbegeisterten Bevölkerung für zusätzliche wirtschaftliche Impulse in den Gastgeberstädten.

USA vor besonderen Herausforderungen

Ob sich ähnliche Effekte auch bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 einstellen, ist nach Einschätzung von Prof. Florian Pfeffel keineswegs selbstverständlich. Positiv ist zunächst die vorhandene Infrastruktur. Die USA verfügen über moderne Stadien und mussten - anders als beispielsweise Katar oder Südafrika bei früheren Weltmeisterschaften - keine umfangreichen Neubauten realisieren. Auf der Einnahmenseite zeigen sich jedoch einige Herausforderungen. Das hohe Preisniveau in den USA erschwert vielen internationalen Fans die Reise zum Turnier. Hinzu kommt, dass Fußball im Vergleich zu anderen Sportarten wie American Football, Baseball oder Basketball nicht denselben Stellenwert besitzt wie in vielen europäischen oder südamerikanischen Ländern. Auch politische Rahmenbedingungen könnten die wirtschaftlichen Effekte beeinflussen. Internationale Besucherinnen und Besucher sehen sich teilweise mit erschwerten Einreisebedingungen konfrontiert. Gleichzeitig könnten steigende Kosten für Unterkünfte und Anreise dazu führen, dass weniger Fans die Reise antreten.
Ein wichtiger Faktor der EURO 2024 in Deutschland waren Fans ohne Stadionticket. Rund 40 Prozent der internationalen Besucher reisten ausschließlich an, um die besondere Atmosphäre vor Ort zu erleben und ihre Nationalmannschaften zu unterstützen. Ob ein vergleichbarer Effekt in den USA erreicht wird, erscheint derzeit fraglich.

Sportmanagement: Wirtschaft verstehen, Sport gestalten

Die wirtschaftlichen Zusammenhänge hinter Sportgroßveranstaltungen zeigen, dass modernes Sportmanagement weit über das Spielgeschehen hinausgeht. Themen wie Medienrechte, Sponsoring, Marketing, Eventmanagement, internationale Vermarktung und strategische Unternehmensführung prägen heute die Entwicklung des globalen Sports.
Genau diese Fragestellungen stehen im Mittelpunkt des Sportmanagement-Studiums an der accadis Hochschule Bad Homburg. Studierende beschäftigen sich mit den wirtschaftlichen Mechanismen hinter internationalen Sportorganisationen, Vereinen, Verbänden und Unternehmen und lernen, komplexe Entwicklungen im globalen Sportmarkt einzuordnen.
Der aktuelle ARD-Beitrag mit Prof. Florian Pfeffel unterstreicht die hohe Relevanz dieser Themen und zeigt zugleich, wie gefragt die wissenschaftliche Expertise der accadis Hochschule im Bereich Sportmanagement ist.
ARD-Beitrag ansehen
Der Beitrag von Prof. Florian Pfeffel ist in der Sendung Update Wirtschaft vom 11. Juni 2026 ab Minute 18:20 zu sehen und in der ARD-Mediathek bis Juni 2028 verfügbar.
Weitere Einblicke bietet zudem ein gekürzter Videoausschnitt auf dem LinkedIn-Profil von Prof. Florian Pfeffel.
© 2026 accadis Hochschule Bad Homburg, Alle Rechte vorbehalten. Impressum | Datenschutz Anmelden